Um eine Domain umzuziehen, holst du beim bisherigen Anbieter den Auth-Code, hebst dort die Transfer-Sperre auf und gibst den Code beim neuen Anbieter in den Transferauftrag ein. Den Rest erledigen die Registrare untereinander, bei .de oft in kurzer Zeit, bei Endungen wie .com kann es bis zu fünf Tage dauern. Damit Website und E-Mail dabei nicht ausfallen, sicherst du vorher alle DNS-Einträge und legst sie beim neuen Anbieter sofort wieder an.
Klingt simpel, und meistens ist es das auch. Die Probleme entstehen fast nie beim Transfer selbst, sondern an den Stellen drumherum. Genau um die geht es hier.
Was beim Domain-Umzug eigentlich umzieht
Hinter einer Domain stecken drei Ebenen, die gern durcheinandergeworfen werden:
- Registrar: der Anbieter, bei dem die Domain registriert ist und über den du sie verlängerst. Nur das ändert sich beim Transfer.
- DNS: die Nameserver und die Zone mit Einträgen wie A, MX oder TXT. Sie bestimmen, wohin die Domain zeigt.
- Hosting: der Webspace, Server oder das Postfach, auf dem Website und Mails tatsächlich liegen.
Viele Anbieter bündeln alle drei. Ziehst du nur die Domain um, bleiben Website und Postfächer beim alten Anbieter liegen, solange dein Vertrag dort läuft. Was sich aber ändern kann, sind die Nameserver und damit die DNS-Zone. Und genau da passieren die Ausfälle.
Der Transfer selbst legt nichts lahm. Offline gehst du, wenn die DNS-Zone des alten Anbieters wegfällt und beim neuen noch keine fertigen Einträge warten.
Bevor du startest: diese Punkte prüfen
Ein paar Minuten Vorbereitung ersparen dir einen abgelehnten Transfer oder tagelanges Warten.
- Sperrfrist: Bei generischen Endungen wie .com, .net oder .org ist ein Transfer in den ersten 60 Tagen nach der Registrierung oder nach einem vorherigen Transfer in der Regel nicht möglich. Bei .de gibt es diese Frist nicht.
- Ablaufdatum: Starte den Umzug nicht in den letzten Tagen vor Ablauf. Ist die Domain bereits abgelaufen und in der Wiederherstellungsphase, musst du sie meist erst beim alten Anbieter zurückholen.
- Inhaberdaten: Stimmen Name und E-Mail-Adresse im Domainvertrag? Manche Anbieter schicken eine Bestätigung an den Inhaber. Liegt die Kontaktadresse ausgerechnet auf der Domain, die du umziehst, und das Postfach funktioniert nicht mehr, hängt der Transfer.
- Transfer-Lock: Bei gTLDs ist oft ein Status wie
clientTransferProhibited gesetzt. Den deaktivierst du im Kundenbereich des alten Anbieters.
Den Sperrstatus kannst du auch selbst per WHOIS prüfen:
whois deinedomain.com | grep -i status
Taucht dort clientTransferProhibited auf, ist die Sperre noch aktiv. Bei .de zeigt die öffentliche WHOIS-Abfrage nur wenige Daten, hier verlässt du dich auf die Angaben im Kundenbereich.
DNS-Einträge sichern: der Schritt, den fast alle vergessen
Notiere dir alle Einträge der aktuellen Zone, bevor du irgendetwas anfasst. Am bequemsten geht das über die DNS-Verwaltung des alten Anbieters, oft gibt es dort eine Export-Funktion. Zur Kontrolle oder wenn es keinen Export gibt, fragst du die wichtigsten Einträge per dig ab:
dig +short deinedomain.de NS
dig +short deinedomain.de A
dig +short deinedomain.de AAAA
dig +short www.deinedomain.de CNAME
dig +short deinedomain.de MX
dig +short deinedomain.de TXT
dig +short _dmarc.deinedomain.de TXT
Achte besonders auf diese Einträge, weil sie gern übersehen werden:
- TXT-Einträge für SPF und für Verifizierungen von Drittdiensten. Fehlen sie, landen deine Mails im Spam oder ein Dienst meldet die Domain als nicht bestätigt.
- DKIM-Einträge unter Namen wie
selector._domainkey. Die findest du nicht durch Raten, sie stehen nur in der Zone oder in den Einstellungen deines Maildienstes. - SRV-Einträge, etwa für einen Spielserver. Wie die aufgebaut sind, zeigt der Beitrag zum Thema Minecraft-Server mit eigener Domain verbinden.
- Subdomains wie shop, mail, cloud oder dev, die auf andere IP-Adressen zeigen.
Ein Tipp, der viel Wartezeit spart: Setze die TTL der wichtigsten Einträge ein bis zwei Tage vor dem Umzug auf einen niedrigen Wert, zum Beispiel 300 Sekunden. Dann vergessen Resolver weltweit die alten Antworten schneller, sobald sich etwas ändert.
Domain umziehen Schritt für Schritt
- Zone sichern und TTL senken, wie oben beschrieben.
- Transfer-Sperre beim alten Anbieter aufheben.
- Auth-Code anfordern. Er heißt je nach Anbieter auch AuthInfo oder EPP-Code. Bei .de ist er nur zeitlich begrenzt gültig, fordere ihn also erst an, wenn du direkt weitermachst.
- Transfer beim neuen Anbieter bestellen und den Code eingeben. Prüfe dabei, welche Nameserver künftig gelten sollen.
- Bestätigungsmails im Blick behalten und gegebenenfalls freigeben. Bei gTLDs kann der alte Anbieter den Wechsel aktiv bestätigen, sonst läuft er nach einer Frist automatisch durch.
- Sobald die Domain im neuen Account liegt: Zone prüfen und fehlende Einträge aus deiner Liste anlegen, MX-Einträge zuerst.
- Mit
dig gegenprüfen, ob die neuen Nameserver antworten und die Einträge stimmen. - Erst danach Hosting oder Postfächer beim alten Anbieter kündigen, falls du sie nicht mehr brauchst.
Zum Gegenprüfen fragst du direkt einen der neuen Nameserver ab. So umgehst du zwischengespeicherte Antworten deines Providers:
dig @ns1.neuer-anbieter.example deinedomain.de MX +short
dig @ns1.neuer-anbieter.example deinedomain.de A +short
Den Namen des Nameservers ersetzt du durch den, den dein neuer Anbieter vorgibt. Stimmen die Antworten mit deiner Liste überein, ist die Zone vollständig.
Wie lange dauert ein Domain-Transfer?
Das hängt vor allem von der Endung ab.
Bei .de läuft der Wechsel direkt über die Registry mit dem Auth-Code. Ist der Code gültig, ist der Transfer meist schnell erledigt, oft innerhalb von Minuten bis wenigen Stunden.
Bei gTLDs wie .com, .net oder .org gibt es eine Bestätigungsphase. Reagiert der alte Registrar nicht, gilt der Transfer nach fünf Tagen automatisch als genehmigt. Bestätigst du den Wechsel beim alten Anbieter aktiv, geht es oft schneller. Andere Länderendungen haben teils eigene Regeln, im Zweifel lohnt ein Blick in die Hilfe des neuen Anbieters.
Nach dem Transfer kommt die DNS-Verzögerung dazu. Wie lange alte Antworten noch im Umlauf sind, hängt von der TTL ab: Mit gesenkter TTL sind es Minuten, bei einer TTL von 86400 Sekunden kann es bis zu einem Tag dauern.
Was mit Website und E-Mail während des Umzugs passiert
Hier gibt es zwei Szenarien, je nachdem, was mit den Nameservern passiert.
Die Nameserver bleiben gleich
Liegt deine Zone bei einem separaten DNS-Dienst und trägst du beim Transfer dieselben Nameserver ein, ändert sich an der Erreichbarkeit nichts. Website und Mail laufen einfach weiter, nur der Registrar wechselt im Hintergrund.
Die Nameserver wechseln zum neuen Anbieter
Das ist der Normalfall, wenn künftig alles an einem Ort liegen soll. Dann gibt es einen kurzen Moment, in dem die Domain schon auf die neuen Nameserver zeigt, die Zone dort aber noch nicht vollständig ist. Ob der alte Anbieter seine Zone danach weiter beantwortet, ist nicht garantiert. Deshalb die vorbereitete Liste: Je schneller die Einträge stehen, desto kürzer die Lücke. Viele Anbieter legen beim Transfer eine Grundzone an, prüfe sie trotzdem Eintrag für Eintrag gegen deine Notizen.
Bei E-Mail stellen sendende Server viele Nachrichten nach vorübergehenden Fehlern später erneut zu. Verlassen solltest du dich darauf aber nicht. Leg die MX-Einträge deshalb als Erstes an und prüfe, dass sie auf ein Postfach zeigen, das tatsächlich noch existiert.
Typische Stolperfallen beim Domain-Transfer
- Auth-Code ungültig: abgelaufen, mit Leerzeichen kopiert oder mit dem Code einer anderen Domain verwechselt. Im Zweifel einfach neu anfordern.
- Domain gekündigt statt freigegeben: Bei manchen Anbietern bedeutet eine Kündigung, dass die Domain gelöscht wird. Kündige den Domainvertrag erst nach abgeschlossenem Transfer oder wähle ausdrücklich die Freigabe zum Transfer.
- Postfach zu früh gekündigt: Wer das Hostingpaket mit den Mails kündigt, bevor die Postfächer woanders eingerichtet und alte Mails gesichert sind, verliert sie.
- DNSSEC aktiv: Wechseln die Nameserver, müssen die Schlüsseldaten zur neuen Zone passen, sonst schlagen Abfragen bei validierenden Resolvern fehl. Der sichere Weg: DNSSEC vor dem Umzug beim alten Anbieter abschalten, ein bis zwei Tage warten und es nach dem Umzug neu einrichten, falls der neue Anbieter es unterstützt.
- Zu wenig Geduld: Zeigt dein Rechner noch die alte Seite, ist meist nur ein Cache schuld. Was dahintersteckt, erklärt der Hilfeartikel zur Propagation von DNS-Änderungen.
Domain zu Hostleaf umziehen
Wenn du deine Domain bei Hostleaf verwalten möchtest, läuft der Transfer genau wie oben beschrieben: Auth-Code vom bisherigen Anbieter holen, Transfer-Lock deaktivieren, Code bei der Bestellung eingeben. Was du im Detail brauchst, steht in der Anleitung zum Domain-Transfer mit Auth-Code.
Die DNS-Verwaltung ist inklusive. A-, AAAA-, CNAME-, MX-, TXT- und SRV-Einträge legst du im Webinterface selbst an, Änderungen sind in der Regel innerhalb weniger Minuten aktiv. Wie die einzelnen Typen funktionieren, erklärt der Artikel zu DNS-Einträgen von A bis SRV. Einen Überblick über verfügbare Endungen gibt die Seite zum Domains registrieren und umziehen. Ob du wechselst oder bleibst: Die Vorbereitung aus diesem Beitrag funktioniert bei jedem Anbieter gleich.
FAQ
Kostet ein Domain-Umzug etwas?
Das legt der neue Anbieter fest. Bei gTLDs wie .com ist ein Transfer in der Regel mit einer Verlängerung um ein Jahr verbunden, die bisherige Restlaufzeit geht dabei nicht verloren. Bei .de beginnt meist ein neuer Abrechnungszeitraum beim neuen Anbieter, prüfe also vorher, wie viel bezahlte Laufzeit beim alten Anbieter noch übrig ist.
Geht meine Website beim Domain-Transfer offline?
Nicht durch den Transfer selbst. Ein Ausfall entsteht nur, wenn die Nameserver wechseln und die neue Zone noch unvollständig ist. Mit gesicherten Einträgen, gesenkter TTL und schnellem Nachtragen bleibt die Lücke kurz oder fällt ganz weg.
Wo finde ich den Auth-Code meiner Domain?
Im Kundenbereich deines bisherigen Anbieters, meist in der Domainverwaltung unter Begriffen wie AuthInfo, EPP-Code oder Transfer. Findest du keine Option, fordere ihn beim Support an. Als Inhaber der Domain bekommst du ihn auch dann, wenn du den Anbieter verlassen willst.
Kann ich eine Domain direkt nach der Registrierung umziehen?
Bei .de ja, dort gibt es keine Sperrfrist. Bei gTLDs wie .com, .net oder .org ist ein Transfer in der Regel erst 60 Tage nach der Registrierung oder dem letzten Transfer möglich.