Einen Satisfactory Dedicated Server richtest du ein, indem du die Serversoftware über SteamCMD (App-ID 1690800) auf einem Linux- oder Windows-Server mit etwa 12 bis 16 GB RAM installierst, die Ports 7777 (TCP und UDP) und 8888 (TCP) freigibst und den Server danach im Spiel über den Server-Manager beanspruchst. Dabei vergibst du Servername und Admin-Passwort, legst eine neue Partie an oder lädst einen vorhandenen Spielstand hoch. Den Rest erledigen Autosave und ein eigenes Backup.
Diese Anleitung geht den Weg unter Linux Schritt für Schritt durch und zeigt, an welchen Stellen die meisten Setups scheitern. Spoiler: Meistens ist es nicht die Installation, sondern ein Port oder eine veraltete Anleitung.
Wie viel RAM und CPU braucht ein Satisfactory Dedicated Server?
Satisfactory simuliert deine gesamte Fabrik auf dem Server: jedes Förderband, jeden Zug, jede Drohne. Der Bedarf wächst deshalb weniger mit der Spielerzahl als mit der Größe der Welt. Eine frische Partie mit zwei Leuten ist genügsam, eine Spätspiel-Fabrik mit tausenden Maschinen nicht.
Als Faustregel gilt:
- Arbeitsspeicher: 12 GB als Untergrenze, 16 GB als sichere Wahl für eine kleine Gruppe. Bei sehr großen Spielständen kann es mehr werden.
- CPU: ein aktueller x86-64-Prozessor. Hohe Leistung pro Kern zählt mehr als viele Kerne, vier Kerne sind ein sinnvoller Rahmen. ARM-Prozessoren werden nicht offiziell unterstützt.
- Speicherplatz: großzügig planen. Installation, Updates und rotierende Autosaves summieren sich.
Zu knapper RAM zeigt sich nicht sofort, sondern typischerweise erst, wenn der Spielstand gewachsen ist: Der Server stürzt beim Laden ab oder wird vom System beendet. Wenn deine Gruppe ernsthaft durchspielen will, plane deshalb von Anfang an Luft nach oben ein.
Ob Container oder vollständige VM: Der Server läuft unter Linux nativ, ein LXC-Container reicht also grundsätzlich aus. Eine KVM-Maschine mit eigenem Kernel bietet mehr Isolation und erlaubt auch Windows. Die Unterschiede im Detail erklärt der Beitrag LXC vs KVM im Vergleich.
Satisfactory Dedicated Server unter Linux mit SteamCMD installieren
Die folgenden Schritte gelten für Ubuntu. Unter Debian funktioniert es genauso, nur musst du statt multiverse die Paketquellen contrib und non-free aktivieren.
- SteamCMD installieren (benötigt 32-Bit-Bibliotheken):
sudo dpkg --add-architecture i386
sudo add-apt-repository multiverse
sudo apt update
sudo apt install steamcmd
- Einen eigenen Benutzer anlegen. Der Server sollte nie als root laufen:
sudo useradd -m -s /bin/bash satisfactory
sudo -iu satisfactory
- Die Serversoftware herunterladen. Wichtig:
+force_install_dir muss vor +login stehen, sonst landet die Installation im Standardordner./usr/games/steamcmd +force_install_dir /home/satisfactory/server +login anonymous +app_update 1690800 validate +quit
- Einen ersten Teststart machen:
cd /home/satisfactory/server
./FactoryServer.sh -multihome=0.0.0.0
Der Parameter -multihome=0.0.0.0 sorgt dafür, dass der Server auf IPv4 lauscht. Ohne ihn bindet er sich auf manchen Systemen nur an IPv6, und Spieler mit IPv4-Verbindung kommen nicht rein.
Spielst du im Client die Experimental-Version, muss auch der Server diesen Zweig nutzen. Dafür ergänzt du beim Download -beta experimental hinter der App-ID.
Als Dienst mit systemd betreiben
Damit der Server nach einem Neustart automatisch hochkommt und bei Abstürzen neu startet, legst du als root die Datei /etc/systemd/system/satisfactory.service an:
[Unit]
Description=Satisfactory Dedicated Server
After=network-online.target
Wants=network-online.target
[Service]
User=satisfactory
WorkingDirectory=/home/satisfactory/server
ExecStartPre=/usr/games/steamcmd +force_install_dir /home/satisfactory/server +login anonymous +app_update 1690800 validate +quit
ExecStart=/home/satisfactory/server/FactoryServer.sh -multihome=0.0.0.0
Restart=on-failure
TimeoutStartSec=600
[Install]
WantedBy=multi-user.target
Die Zeile mit ExecStartPre prüft bei jedem Start auf Updates. Das ist praktisch, weil Client und Server nach einem Spielpatch dieselbe Version brauchen. Aktivieren und starten:
sudo systemctl daemon-reload
sudo systemctl enable --now satisfactory
journalctl -u satisfactory -f
Welche Ports braucht der Satisfactory Server?
Hier liegt die häufigste Fehlerquelle. Viele Anleitungen im Netz stammen aus der Early-Access-Zeit und nennen die Ports 15777, 15000 und nur UDP 7777. Seit Version 1.0 gilt etwas anderes:
- 7777 TCP und UDP: Spielverkehr und die Server-API, über die der Server-Manager im Spiel mit dem Server spricht.
- 8888 TCP: zuverlässige Nachrichtenübertragung, die der Server seit 1.0 zusätzlich nutzt.
Wer nur UDP 7777 freigibt, sieht seinen Server im Spiel als nicht erreichbar, obwohl er einwandfrei läuft, denn die Abfrage über den Server-Manager geht über TCP.
Mit ufw sieht die Freigabe so aus:
sudo ufw allow 7777/tcp
sudo ufw allow 7777/udp
sudo ufw allow 8888/tcp
Läuft der Server bei einem Hoster mit einer zusätzlichen Firewall im Kundenpanel, müssen die Ports dort ebenfalls offen sein. Wie das grundsätzlich funktioniert und wie du dich dabei nicht selbst aussperrst, steht im Hilfeartikel zu Firewall-Regeln, rDNS und IPv6. Willst du die Ports ändern, startest du den Server mit -Port= und -ReliablePort= und passt die Freigaben entsprechend an.
Server im Spiel beanspruchen und Admin-Passwort setzen
Ein frisch gestarteter Satisfactory-Server gehört noch niemandem. Wer sich zuerst verbindet, darf ihn beanspruchen und wird Administrator. Erledige diesen Schritt deshalb direkt nach dem ersten Start, bevor jemand anderes auf die offene Adresse stößt.
- Starte Satisfactory und öffne im Hauptmenü den Server-Manager.
- Füge einen Server hinzu: IP-Adresse deines Servers und Port 7777.
- Beim ersten Kontakt kann das Spiel nach dem Zertifikat des Servers fragen. Bei einem selbst aufgesetzten Server ist das normal, du bestätigst die Verbindung.
- Klicke auf Server beanspruchen, vergib einen Servernamen und ein starkes Admin-Passwort.
- Optional setzt du in den Servereinstellungen ein Spielerpasswort, damit nur deine Gruppe beitreten kann.
- Lege eine neue Partie an oder lade einen Spielstand hoch (siehe nächster Abschnitt).
Das Admin-Passwort ist der Schlüssel zu allen Einstellungen, zu Spielständen und zum Server-Neustart aus dem Spiel heraus. Gib es nur an Leute weiter, denen du die Fabrik auch anvertrauen würdest.
Vorhandenen Spielstand auf den Server hochladen
Habt ihr bisher im Koop über einen Host-Spieler gespielt, könnt ihr die Partie mitnehmen. Unter Windows liegen die Spielstände des Clients unter %LOCALAPPDATA%\FactoryGame\Saved\SaveGames\ in einem Unterordner mit einer Nummer.
Der einfachste Weg führt über den Server-Manager: Im Bereich zur Verwaltung der Spielstände lädst du die .sav-Datei direkt hoch und wählst sie anschließend zum Laden aus.
Alternativ kopierst du die Datei per SFTP in den Speicherordner des Servers. Bei der Installation oben ist das:
/home/satisfactory/.config/Epic/FactoryGame/Saved/SaveGames/server/
Danach taucht der Spielstand im Server-Manager auf und lässt sich laden. Achte darauf, dass Server und Client dieselbe Spielversion haben, sonst verweigert der Server älteren oder neueren Spielständen unter Umständen den Dienst.
Autosave und Backups: So verlierst du deine Fabrik nicht
Der Server speichert in regelmäßigen Abständen automatisch. Das Intervall stellst du in den Servereinstellungen im Server-Manager ein. Dort findest du auch zwei nützliche Schalter: automatisches Pausieren, wenn niemand verbunden ist, und Speichern, sobald ein Spieler die Verbindung trennt. Das Pausieren spart Rechenleistung und verhindert, dass die Fabrik über Nacht Ressourcen in eine falsch verbundene Leitung pumpt.
Autosaves sind aber kein Backup. Sie rotieren, ältere Stände werden überschrieben, und sie liegen auf derselben Festplatte wie der Server. Ein einfacher Cronjob für den Benutzer satisfactory sichert die Spielstände täglich als Archiv:
mkdir -p /home/satisfactory/backup
crontab -e
0 4 * * * tar czf /home/satisfactory/backup/saves-$(date +\%F).tar.gz -C /home/satisfactory/.config/Epic/FactoryGame/Saved/SaveGames server
Das Prozentzeichen muss in der crontab mit Backslash maskiert werden, sonst bricht cron die Zeile an dieser Stelle ab. Lade die Archive zusätzlich ab und zu auf deinen eigenen Rechner herunter. Viele Hoster bieten außerdem Snapshots des gesamten Servers an, wie im Artikel zu Server-Backups erstellen und wiederherstellen beschrieben. Ein solches Backup vor jedem größeren Spielupdate ist eine gute Gewohnheit.
Typische Verbindungsfehler und ihre Ursachen
- Server erscheint im Server-Manager als offline: Fast immer fehlt die TCP-Freigabe für 7777 oder die Freigabe für 8888. Prüfe lokal mit
ss -tulpn | grep -E '7777|8888', ob der Server lauscht. Lauscht er, liegt das Problem in einer Firewall. - Ports aus alten Anleitungen: 15777 und 15000 spielen seit 1.0 keine Rolle mehr. Wer nur diese freigegeben hat, kommt nicht rein.
- Verbindung bricht direkt nach dem Beitritt ab: Häufig eine Versionsdifferenz, etwa Client auf Experimental, Server auf dem stabilen Zweig, oder der Server hat ein Update noch nicht gezogen. Ein Neustart des Dienstes aktualisiert ihn dank
ExecStartPre. - Nur manche Spieler kommen rein: Ein Hinweis auf IPv4- und IPv6-Probleme. Prüfe, ob der Start mit
-multihome=0.0.0.0 erfolgt. - Server stürzt beim Laden des Spielstands ab: Ein Blick in
journalctl -u satisfactory zeigt oft, dass der Arbeitsspeicher nicht reicht. Mehr RAM hilft hier tatsächlich. - Admin-Passwort vergessen: Es lässt sich nicht aus dem Spiel heraus zurücksetzen. Hier hilft nur, die Serverkonfiguration auf dem Server selbst zurückzusetzen und den Server neu zu beanspruchen. Sichere vorher unbedingt die Spielstände.
Selbst aufsetzen oder gehosteten Gameserver nutzen?
Die Linux-Variante oben gibt dir volle Kontrolle und lässt sich auf jedem passenden vServer oder Rootserver umsetzen. Wer sich SteamCMD, systemd und Cronjobs sparen möchte, kann stattdessen einen fertigen Gameserver nutzen, bei dem Installation und Verwaltung über eine Weboberfläche laufen.
Bei Hostleaf gibt es beide Wege: vServer als LXC-Container und Rootserver als KVM-Maschinen mit eigenem Kernel für die eigene Installation, oder einen Satisfactory-Server mit Verwaltung im Panel. Dort stehen Konsole, Dateimanager zum Hochladen von Spielständen und eine Übersicht der belegten Ports bereit. Die Server laufen in Rechenzentren in Deutschland und den Niederlanden, DDoS-Schutz ist standardmäßig aktiv. Das ist eine Möglichkeit unter vielen, die Schritte in diesem Beitrag funktionieren bei jedem Anbieter.
FAQ
Wie viel RAM braucht ein Satisfactory Dedicated Server?
Als Faustregel 12 GB als Untergrenze und 16 GB für einen entspannten Betrieb mit einer kleinen Gruppe. Entscheidend ist die Größe der Fabrik, nicht die Spielerzahl, deshalb können sehr große Spätspiel-Welten mehr verlangen.
Welche Ports muss ich für Satisfactory freigeben?
Seit Version 1.0 sind es Port 7777 für TCP und UDP sowie Port 8888 für TCP. Die Ports 15777 und 15000 aus älteren Anleitungen werden nicht mehr benötigt.
Kann ich meinen Einzelspieler- oder Koop-Spielstand auf den Server übertragen?
Ja. Du lädst die .sav-Datei über die Spielstandverwaltung im Server-Manager hoch oder kopierst sie per SFTP in den Speicherordner des Servers und lädst sie anschließend im Server-Manager. Server und Client sollten dabei dieselbe Spielversion haben.
Läuft die Fabrik weiter, wenn niemand online ist?
Das hängt von deinen Servereinstellungen ab. Ist automatisches Pausieren aktiv, hält der Server die Simulation an, sobald niemand verbunden ist. Ist es aus, produziert die Fabrik rund um die Uhr weiter und belastet den Server entsprechend.